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Die Oberkirche in Arnstadt ist eine ehemalige Franziskanerkirche aus dem 13. Jahrhundert im thüringischen Arnstadt. Seit 1538 wird es von der evangelischen Kirchengemeinde Arnstadt genutzt, die zur Kirchengemeinde Arnstadt-Ilmenau der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland gehört. Es ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Die Kirche steht auf einem Hügel am südlichen Rand der Altstadt von Arnstadt. Es ist ein langgestreckter, rechteckiger, einschiffiger Bau aus freigelegtem Bruchstein und Satteldach. Der Innenraum hat eine Größe von 60 × 11 Metern und wird nach oben durch ein hölzernes Tonnengewölbe abgeschlossen. Die gerade Ostwand hat drei hohe Fenster mit Maßwerkenden. Das mittlere ist dreispurig und wird von zwei unteren, zweispurigen Fenstern flankiert.

An den Ecken der Ostwand befinden sich vier gestufte Strebepfeiler. Die Nordseite hat mehrere zweiteilige Spitzbogenfenster, während die Südwand – abgesehen von zwei Fenstern im Chorbereich – wegen des angrenzenden Klostergebäudes fensterlos ist. Im westlichen Teil der Nordwand befindet sich ein zugemauertes spätromanisches Fenster (um 1250), möglicherweise aus einem Vorgängerbau. An der Nordseite befindet sich ein nachträglich angebauter Kirchturm. An der Südseite befindet sich ein weiterer Innenhof mit einem kleinen Kreuzgang, von dem aus die Klostergebäude erschlossen werden. Das Innere wird heute vor allem durch den großen frühbarocken Altar, die fürstlichen Güter und Emporen sowie das Taufbecken aus dem 17. Jahrhundert geprägt. Zahlreiche Gemälde aus der gleichen Zeit zeigen biblische Szenen und schmücken die Balustraden der Galerien. Geschichte Die ersten Brüder des 1210 gegründeten Franziskanerordens kamen 1246 aus Gotha nach Arnstadt, wo sie ihren 1225 gegründeten Zweig verlassen mussten. Die Franziskaner, auch Barfüßer genannt, die der Sächsischen Ordensprovinz (Sachsen) angehörten, fanden offenbar in Arnstadt guten Anklang und begannen mit dem Bau von Kirche und Kloster auf einem Hügel im alten Stadt, die 1266 erstmals urkundlich erwähnt wurde. [1] Nach den Regeln des Ordens waren die Gebäude einfach gehalten – als Bettelordenskirche. Auf einen Turm wurde zunächst verzichtet. Der Bau des Klostergebäudes zog sich bis ins 14. Jahrhundert hin. 1461 wurde in die Nordwand ein Glockenturm eingebaut, durch den die starke Verformung der Nordwand des Langhauses verhindert werden konnte. 1498 erhielt die Barfußkirche einen kunstvoll geschnitzten gotischen Flügelaltar, der sich heute in der Liebfrauenkirche befindet.

Nachdem 1533 in Arnstadt die Reformation eingeführt wurde, 1538 erhielten die Franziskaner eine kurze Bedenkzeit, um sich zur Reformation zu bekennen. Diese lehnten sie jedoch ab und mussten dann mit „großer Wut“ das Kloster räumen. 1539 fiel die Kirche an die Stadt Arnstadt und das Kloster an das gräfliche Haus. Auf Initiative von Günther XL. Graf von Schwarzburg-Blankenburg eröffnete 1540 eine gräfliche Bildungsanstalt. Der Sohn Graf Günther XLI. schloss 1561 die Anstalt und übergab das Kloster Leo von Packmor, Oberst des Grafen, als Altersheim. Nach dem Stadtbrand 1581 gab Packmor das Klostergebäude zunächst als Notunterkunft frei, später nach seinem Tod (1583) für Kirche und Schule. Da die Bonifatiuskirche (Vorgängerin der Bachkirche) dem Stadtbrand zum Opfer fiel, ist die ehemalige Barfußkirche, jetzt Oberkirche genannt, wurde die Hauptkirche der Stadt. 1588 wurde die Orgel erstmals erneuert. 1589 wurde die ua von Packmor gestiftete Kanzel geweiht. Sein Vermächtnis bildete auch die Grundlage für die wertvolle Bibliothek der Kirche. Ende des 16. Jahrhunderts wurde links vom Altar und den unteren Emporen das Untergeschoss des Adels errichtet. Zwischen 1609 und 1610 wurde die Decke erneuert. 1611 baute Hesekiel Groitzscher in Eisleben eine neue Orgel. Danach wurde die wertvolle und noch weitgehend vorhandene Ausstattung über dem Oberadel, der Fürstenposition, der Kanzel (1625), der Taufe (1639) und des dreigeschossigen Hochaltars (1641) im Kircheninneren eingebaut. Nach der barocken Ausstattung von Kanzel und Altar durch den Arnstädter Künstler Burchard Röhl, die alte Kanzel und 1642 der gotische Altar wurden in die Liebfrauenkirche verlegt, wo sie noch heute zu sehen sind. Von 1640 bis zu seinem Tod 1692 war Heinrich Bach Organist an der Barfüßerkirche. 1715 wurden weitere Galerien gebaut und die Kanzel verändert. 1725 wurden das heutige Tonnengewölbe und die Dachbodenfenster durch den Zimmerermeister Lange eingebaut und die notwendigen Eingriffe in die Dachkonstruktion (zusätzliches Konstruktionsholz an der Innenseite der Sparren zur Befestigung der Tonnenschalung mit neuem und engerem Radius) vorgenommen.

Der zweite Bach an der Orgel der Barfüßerkirche war Johann Ernst (1683–1739), der von 1728 bis zu seinem Tod auch die Orgel in der Liebfrauenkirche spielte. 1746 erhielt der Turm anstelle des vermutlich zuvor vorhandenen steilen Pyramidendaches eine barocke Turmkuppel. Zwei Jahre später wurde das Kirchendach neu gedeckt. Mit dem Einbau einer neuen Orgel durch Johann Stephan Schmaltz von 1751 bis 1756 bzw. 1760 ging eine Epoche bedeutender Bautätigkeit zu Ende. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein äußerst schlechter baulicher Zustand der Oberkirche gemeldet. Infolgedessen begannen 1899 umfangreiche Restaurierungsarbeiten, die bis 1901 andauerten. Viele Kirchengestühl wurden entfernt, die Tonnendecke verputzt, die Grabsteine ​​und Epitaphien im Boden aufgestellt, der Betonboden eingebracht und die Kirche gestrichen. 1902 wurde von der Firma Wilhelm Sauer eine neue Orgel eingebaut. 1909 erhielt die Kirche eine Dampfheizung. 1942 musste die Glocke, die 1587 von Melchior Möring gegossen wurde, zu Kriegszwecken geliefert werden.

1946 wurde durch Beschluss des Kirchenvorstandes der „Klengel“ aus der Liebfrauenkirche wurde in der Oberkirche aufgehängt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Dach durch einen Bombentreffer teilweise überdeckt und das Tonnengewölbe auf ca. 10 m² durchbrochen, außerdem gab es eine Mauerdurchdringung von ca. 1 m² und vier Altarfenster wurden komplett eingeschlagen. Nach den notwendigen Arbeiten und dem Ausbau der Emporen im Jahr 1715 wurde die Kirche 1947 wieder in Gebrauch genommen und 1949 das Pfarramt neu bezogen. Bereits 25 Jahre später wurden erneut schwere Schäden an der Substanz sichtbar. Undichtigkeiten am Dach beschädigten Bau und Ausstattung, so dass die Oberkirche 1977 geschlossen wurde. Sanierungsrückstände und eindringender Regen führten im Laufe der Jahre zu einer starken Verschlechterung der Innenausstattung. Der nördliche Adel und die Kanzel wurden entfernt und eingelagert, ebenso die Figuren im Taufbecken. Die Sauer-Orgel aus der Anfangszeit war nicht mehr funktionsfähig.

Nach dem Mauerfall wurde die Kirche nach und nach renoviert. Die historischen Einrichtungsgegenstände wurden nach der Mauerwerkssanierung an ihren ursprünglichen Plätzen wieder eingebaut. Andere Gebäude im Kloster dienen heute der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Arnstadt als Büros, Wohnungen und Gemeindezentrum. Nach dem Mauerfall wurde die Kirche nach und nach renoviert. Die historischen Einrichtungsgegenstände wurden nach der Mauerwerkssanierung an ihren ursprünglichen Plätzen wieder eingebaut. Andere Gebäude im Kloster dienen heute der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Arnstadt als Büros, Wohnungen und Gemeindezentrum. Nach dem Mauerfall wurde die Kirche nach und nach renoviert. Die historischen Einrichtungsgegenstände wurden nach der Mauerwerkssanierung an ihren ursprünglichen Plätzen wieder eingebaut.

Standort

Bewertungen

4,4
Bewertungen gesamt: 46
  • Frank Kurt Hoppe
    Frank Kurt Hoppe
    vor einem Jahr

    Ein bisschen versteckt und jahrelang nicht entdeckt. Ein Schmuckstück welches noch nicht in voller Schönheit erstrahlt. Kaum zu glauben, dass sie verschlossen und vom vollkommen Verfall bedroht war. Also unbedingt besichtigen und auch etwas spenden. Es ist noch viel zu tun! 👍

  • Felix Raddatz
    Felix Raddatz
    vor 12 Monaten

    Ein wunderbarer Ort.Da atmet man Geschichte

  • Stephanie Schönbrunn
    Stephanie Schönbrunn
    vor einem Jahr

    Das Besondere Etwas.

  • Angelika Gebhardt
    Angelika Gebhardt
    vor 2 Jahren

    Es ist immer wieder toll die Fortschritte der Restaurierung der Oberkirche zu bewundern und wir tun das immer wieder gern

  • Kerstin Doberstein
    Kerstin Doberstein
    vor einem Jahr

    Trusetaler Wasserfall herzlich schön

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